Heizkörpersteuerung

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Als Heizkörpersteuerung bezeichnet man die automatisierte Regelung einzelner Heizkörper über elektronische Thermostatköpfe, die das Ventil je nach Solltemperatur, Zeitprofil oder Belegung öffnen und schließen.Sie ersetzt die manuelle Bedienung am Heizkörper und ermöglicht eine raumgenaue, zentral verwaltete Steuerung der Wärmeabgabe. In Nichtwohngebäuden ist sie einer der wirksamsten Hebel, um Heizenergie einzusparen, weil sie ungenutzte Räume automatisch absenkt.

Was ist eine Heizkörpersteuerung?

Eine Heizkörpersteuerung ist die automatische Regelung der Wärmeabgabe einzelner Heizkörper. Statt am Rädchen zu drehen, folgt die Temperatur einem programmierten Sollwert oder Zeitplan, der zentral verwaltet wird. Damit lässt sich der Betrieb an die tatsächliche Nutzung eines Raums anpassen, ohne dass Personal vor Ort eingreifen muss. In Nichtwohngebäuden mit vielen Räumen ist das die Voraussetzung dafür, Heizenergie gezielt statt pauschal einzusetzen.

Wie funktioniert eine automatische Heizkörpersteuerung?

Elektronische Thermostatköpfe ersetzen die klassischen Ventilköpfe am Heizkörper. Sie messen die Temperatur, empfangen Regelbefehle von einer zentralen Plattform, oft drahtlos über LoRaWAN, und verstellen das Ventil entsprechend. Zusätzliche Signale wie Fensterkontakte oder Belegungsdaten fließen in die Regelung ein. Über eine Anbindung an ein Buchungs- oder Verwaltungssystem kann die Steuerung zudem wissen, welche Räume genutzt werden. Die eigentliche Logik steckt in den Regeln und Algorithmen, die entscheiden, wann welcher Raum wie temperiert wird.

Welche Algorithmen nutzt eine intelligente Heizkörpersteuerung?

Typische Regeln und Automatismen sind zum Beispiel:

  • Tag- und Nachtabsenkung zu definierten Uhrzeiten
  • Absenkung ungenutzter Räume anhand von Belegungsdaten oder Zeitplänen
  • Automatische Reaktion auf geöffnete Fenster, per Fensterkontakt oder erkanntem Temperaturabfall
  • Temperaturober- und -untergrenzen, damit Räume weder überheizen noch auskühlen
  • Vorheizen vor der üblichen Nutzungszeit, damit der Raum rechtzeitig warm ist

Wie viel Energie spart Heizkörpersteuerung?

Das Einsparpotenzial hängt von Gebäude und Nutzung ab und ist bei unregelmäßiger Belegung am größten, weil ungenutzte Räume automatisch abgesenkt werden. Nach Angaben von Betterspace lassen sich je nach Branche bis zu 35 Prozent Energie einsparen, in Nichtwohngebäuden werden häufig Größenordnungen bis rund 31 Prozent genannt. In zwei vom Fraunhofer-Institut IEE begleiteten Messungen in Hotels wurden Einsparungen von etwa 26 und 28 Prozent bestätigt. Belastbar wird die Zahl im Einzelfall allerdings erst mit einem vorherigen Energiemonitoring, das den Ausgangsverbrauch dokumentiert.

Für welche Gebäude eignet sich eine Heizkörpersteuerung?

Am wirksamsten ist eine Heizkörpersteuerung in Gebäuden mit vielen einzeln beheizten Räumen und wechselnder Nutzung. Dazu zählen Hotels, Schulen, Büro- und Verwaltungsgebäude sowie Pflegeheime und Kliniken. Überall dort stehen Räume regelmäßig leer oder werden nur zu bestimmten Zeiten genutzt, sodass sich das automatische Absenken unmittelbar auszahlt. Voraussetzung ist, dass die Wärme über Heizkörper abgegeben wird, denn genau an deren Ventilen setzt die Steuerung an. Werden stattdessen Gebläsekonvektoren eingesetzt, ist der Ansatz derselbe, der technische Aufwand für die Ansteuerung aber höher.

Wie viel Energie spart Heizkörpersteuerung?

Die beiden Begriffe werden oft gleichbedeutend verwendet, meinen aber nicht dasselbe. Heizkörpersteuerung beschreibt die technische Umsetzung an den einzelnen Heizkörpern, also das automatische Verstellen der Ventile über elektronische Thermostatköpfe. Einzelraumsteuerung ist das übergeordnete Prinzip, jeden Raum getrennt zu regeln. In der Praxis ist die Heizkörpersteuerung häufig das Mittel, mit dem eine Einzelraumsteuerung überhaupt erst möglich wird, weil sie die raumgenaue Beeinflussung der Wärmeabgabe liefert. Wo die Wärme nicht über Heizkörper, sondern über andere Systeme abgegeben wird, greift dasselbe Prinzip mit anderer Technik. Der Nutzen bleibt in beiden Fällen derselbe, nämlich Wärme nur dort einzusetzen, wo sie tatsächlich gebraucht wird.