Digitale Thermostate

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Digitale Thermostate, auch bekannt als elektrisches oder smartes Thermostate, sind elektronischer Temperaturregler, welche die Raum- oder Heizkörpertemperatur messen und das Heizungsventil automatisch nach einem hinterlegten Sollwert oder Zeitprofil ansteuern. Im Unterschied zu mechanischen Thermostaten lässt es sich programmieren, fernkonfigurieren und in eine zentrale Plattform einbinden. Damit ist das digitale Thermostat oft das erste Bauteil, mit dem ein Bestandsgebäude in Richtung automatisierter Heizungssteuerung umgerüstet wird.

Was sind digitale Thermostate?

Digitale Thermostate sind elektronische Regler am Heizkörper oder an der Wand, die die Temperatur nicht nur halten, sondern programmierbar steuern. Je nach Thermostat-Typ kennen sie Sollwerte, Zeitpläne und lassen sich zu Gruppen zusammenfassen, sodass ganze Etagen oder Nutzungsbereiche gemeinsam geregelt werden können. Anders als ein einfacher Regler am Gerät verarbeiten sie zusätzliche Informationen, etwa ob ein Fenster geöffnet ist oder ob ein Raum laut Belegungsplan genutzt wird. In vernetzten Systemen sind sie zugleich Sensor und Aktor: Sie messen die Temperatur und verstellen das Ventil.

Wie unterscheiden sich digitale von mechanischen Thermostaten?

Ein mechanisches Thermostat regelt die Temperatur rein über ein Dehnstoffelement und muss am Gerät selbst eingestellt werden. Ein digitales Thermostat misst elektronisch, folgt programmierten Zeitprofilen und lässt sich aus der Ferne konfigurieren. In funkbasierten Systemen überträgt es seine Werte drahtlos und empfängt Regelbefehle, etwa über LoRaWAN. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Bauarten ein:

BauartBedienungFernsteuerungTypischer Einsatz
Mechanisches ThermostatManuell am GerätNeinEinzelne Räume ohne Automatisierung
Digitales Thermostat (lokal programmierbar)Am Gerät oder AppEingeschränktEinzelne Räume mit Zeitprofil
Digitales Funkthermostat (vernetzt)Zentral über Plattform/SoftwareJaGebäude mit vielen Räumen und zentraler Steuerung
Tabelle 1: Übersicht über verschiedene Bauarten digitaler Thermostate

Warum lohnen sich digitale Thermostate in Nichtwohngebäuden?

In Nichtwohngebäuden schwankt die Nutzung stark, viele Räume stehen zeitweise leer. Digitale Thermostate senken die Temperaturen dieser Räume automatisch ab und heizen nur dann auf Komforttemperatur, wenn tatsächlich Nutzung stattfindet. Das reduziert den Verbrauch, ohne dass Personal Ventile manuell einstellen muss.

Der Effekt ist erheblich. Je Grad Absenkung lassen sich rund fünf bis acht Prozent Heizenergie einsparen, und über das gesamte Gebäude sind je nach Branche und Nutzung deutlich zweistellige Einsparungen möglich. Weil sich die Thermostate ohne bauliche Eingriffe tauschen lassen, ist die Nachrüstung auch in Bestands- und denkmalgeschützten Gebäuden einfach und praktikabel.

Welche Voraussetzungen gibt es für den Einsatz digitaler Thermostate?

Für den Einsatz digitaler Thermostate muss der Thermostatkopf zum Ventil am Heizkörper passen, wofür es für die gängigen Ventiltypen passende Adapter gibt. In einem vernetzten System kommt eine Funkanbindung hinzu, etwa über LoRaWAN sowie ein Gateway, das die Signale bündelt und an die zentrale Plattform weiterleitet. Der eigentliche Tausch des Thermostatkopfs ist je Heizkörper in wenigen Minuten erledigt und erfordert keine baulichen Eingriffe, sodass sich auch Gebäude mit vielen Räumen in überschaubarer Zeit umrüsten lassen. Bei Gebläsekonvektoren statt klassischer Heizkörper ist der Aufwand höher, weil dort in der Regel ein Elektriker die Ansteuerung übernimmt.

Wie werden digitale Thermostate zentral verwaltet?

In einem vernetzten System werden die Thermostate nicht mehr einzeln am Gerät eingestellt, sondern über eine zentrale Plattform verwaltet. Dort lassen sich Sollwerte und Zeitprofile für einzelne Räume, ganze Etagen oder Nutzungsgruppen hinterlegen und bei Bedarf mit wenigen Handgriffen für viele Geräte gleichzeitig ändern. Das spart in Gebäuden mit vielen Räumen erheblichen Aufwand, weil niemand mehr von Heizkörper zu Heizkörper gehen muss, und sorgt zugleich dafür, dass die Einstellungen einheitlich und nachvollziehbar bleiben. Auch Auswertungen sind so möglich, etwa welche Räume dauerhaft überheizt werden.