Die wichtigsten Erkenntnisse kompakt vorweg:
- Automatisierter Komfort statt manuellen Aufwands: Zimmer werden vor Anreise vorgeheizt und nach Check-out automatisch abgesenkt, ohne Laufwege und Vergessen.
- Regeln sind besser als ein Bauchgefühl: Tag-/Nachtabsenkung, Badezimmer-Reset und Temperaturgrenzen sorgen dafür, dass Effizienz systematisch passiert und nicht zufällig.
- Altbau bleibt Altbau, aber die Technik muss passen: Ein zusätzliches LoRaWAN-Gateway war ein zentrales Learning: bessere Erreichbarkeit, stabilere Kommunikation, weniger Batteriestress.
- Akzeptanz im Team ist entscheidend: Eine intuitive Weboberfläche reduziert Schulungsaufwand und senkt die Hürde, das System im Hotel-Alltag wirklich zu nutzen.
- Nachhaltigkeit wird operativ: Weniger Energieverbrauch zahlt direkt auf CO₂-Ziele ein. Das passt perfekt zur Ausrichtung des Hauses und zur GreenSign-Zertifizierung.
Die Protagonistin: Tini Diekmann – Hoteldirektorin, Tool-Baumeisterin, Digital-Fokus

Tini Diekmann ist seit „Tag eins“ im Hotel Oderberger. Sie hat unterschiedliche Rollen im Haus durchlaufen, unter anderem als Revenue Managerin sowie Sales Managerin mit operativer Verantwortung, und steuert heute als Hoteldirektorin die Digitalisierung ganz bewusst selbst.
Nicht, weil sie „gern mit Tools spielt“, sondern weil sie das Thema als betriebswirtschaftlichen Hebel versteht: Digitalisierung beeinflusst Abläufe, Qualität und Wirtschaftlichkeit. Oder wie sie es im Interview auf den Punkt bringt: „Digitalisierung muss auf der Führungsebene liegen – sonst bleibt’s Stückwerk.“
Und ja: Sie ist auch auf Social Media sehr aktiv. Für sie gehört Sichtbarkeit zur modernen Hotelführung – nicht als Selbstzweck, sondern als Austauschplattform. „Ich will sehen, was Kolleginnen sowie Kollegen ausprobieren und ich will, dass andere durch unsere Learnings schneller werden und profitieren.“
Szene 1: Ein Gebäude von 1902 – und ein Tech-Stack mit Museumsvibes
Wer das Oderberger kennt, weiß: Das Haus ist nicht einfach ein Hotel. Es ist ein Ort mit Geschichte – und das spürt man. Das ehemalige Stadtbad ist historisch aufgeladen und architektonisch ein Statement. Als Tini Diekmann über die frühen Digital-Jahre spricht, klingt das ein bisschen wie ein liebevolles Augenrollen: „Das Gebäude ist geschichtsträchtig – und ungefähr so geschichtsträchtig war auch unser damaliges Tech-Stack.“ Der Begriff „Tech-Stack“ war damals im Hotelalltag eher exotisch. Heute ist er im Oderberger Standard.
Mittlerweile ist ein Baukasten-Prinzip entstanden, das intern sogar einen eigenen Namen trägt: „Der Tini-Tech-Baukasten.“ Gemeint ist damit nicht, immer mehr Tools zu implementieren, sondern die richtigen Tools passend zum Haus, zu den Gästen und zum Team auszuwählen.
Das Vorgehen ist dabei erstaunlich bodenständig:
- Was brauchen wir wirklich?
- Was wäre für unser Haus sinnvoll – nicht für irgendein Idealhotel auf dem Papier?
- Austausch mit anderen Hoteldirektorinnen und General Managern: Wer hat welche Erfahrungen gemacht?
- Implementieren und nachjustieren: Nicht nur einkaufen, sondern betreiben.
Szene 2: Energieeffizienz ist kein Trend – sie ist dein Sicherheitsgurt
Wenn du ein Hotel betreibst, kennst du den Spagat: Einerseits steigen Kosten, andererseits steigen Erwartungen. Im Hotel Oderberger wird Energieeffizienz deshalb aus zwei Gründen priorisiert:
- Wirtschaftlichkeit: „Alles wird teurer – wenn du dein Hotel wirtschaftlich betreiben willst, darf dich der Kostenblock nicht auffressen.“, erklärt Diekmann.
- Gästeerlebnis: „Gäste dürfen nicht frieren – vor allem nicht, wenn sie 200 Euro für ein Zimmer zahlen.“, so Diekmann.
Damit einher gingen folgende Anforderungen an die Lösung fürs Heizkosten-Management:
- Sparen, ohne dass der Gast es merkt.
- Komfort, ohne Dauerheizen.
- Kontrolle, ohne Zusatzaufwand.
Tini Diekmanns Quintessenz klingt simpel, ist aber operativ Gold wert: „Wir wollten warme Zimmer bei Anreise – und trotzdem nur das beheizen, was wirklich belegt ist.“

Szene 3: Warum historische Gebäude beim Heizen eigene Regeln schreiben
Ein Neubau ist im Energiemanagement oft wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. Das Hotel Oderberger ist eher ein Manuskript mit Randnotizen aus 120 Jahren. Diekmann beschreibt die Herausforderung so: „Hier wurde natürlich nicht energieeffizient gebaut. Im Winter musst du einfach mehr heizen.“
Dazu kommt ein Faktor, den viele unterschätzen: Wärme ist nicht nur Physik, sondern auch Psychologie. „Im Winter fühlen sich 20 Grad für unsere Gäste anders an als im Sommer.“, erklärt Diekmann. Heißt: Wenn du Komfort sichern willst, landest du schnell beim „Sicherheitsheizen“. Und Sicherheitsheizen ist im Endeffekt das gleiche Prinzip wie, wir lassen es einfach laufen. Genau hier setzt better.energy an: Automatisierung + Regeln + Transparenz.
Die Hoteldirektorin formuliert es so: „Früher mussten Kolleginnen und Kollegen in Zimmer laufen und Thermostate hoch- und runterdrehen, das kostete Zeit und am Ende Geld, weil es nicht immer schaffbar war. Heute steuert das better.energy automatisch. Die Schnittstelle zu unserem PMS Mews sorgt dafür, dass wir keine Daten händisch pflegen müssen.“
Durch die Anbindung an das Property Management System Mews über die Open API ist belegungsabhängiges Heizen im Hotel Oderberger zum energieeffizienten Standard geworden. Und das ganz ohne Programmieraufwand und umständliches Integrieren. „Der Datenaustausch zwischen PMS und better.energy funktioniert einwandfrei und bedeutet für uns ohne Aufwand belegungsabhängig Heizen.“, so Diekmann.
| Prozess | Früher ohne better.energy | Heute mit better.energy |
|---|---|---|
| Anreise | Jemand läuft ins Zimmer und dreht den Heizkörper hoch | Automatisches Vorheizen vor dem Check-In |
| Abreise | Jemand muss ans Runterdrehen denken | Automatische Absenkung nach Check-Out |
| „Zu warm“ und „Zu kalt“-Risiko | Kaum Leitplanken, der Gast kann das Heizkörperthermostat frei einstellen | Temperaturgrenzen sind festgelegt |
| Tageszeiten | Die Heizung läuft einfach durch | Tagabsenkung erfolgt automatisch in Leerzeiten |
| Nacht | Heizung auf Dauerbetrieb | Automatische Nachtabsenkung |
| Bad | Kurz hochdrehen, dann vergessen | Das Temperatur-Reset auf eine energieeffiziente Temperatur |
| Aufwand | Unzählige Laufwege und menschliche Fehlerquellen | Kontrolle über Webzugang, better.energy regelt automatisch |
Die wichtigsten better.energy-Funktionen im Oderberger-Betrieb
1. Vorheizen: Warm ankommen, ohne dass jemand rennen muss: Das ist der Komfortanker. Diekmann nennt es den Punkt, an dem Gästequalität und Effizienz zusammenfinden: „Gäste sollen ein warmes Zimmer vorfinden – aber wir müssen nicht für leere Zimmer heizen.“

2. Automatisches Absenken nach dem Check-Out: „Leerlaufheizen“ beenden: Nach Abreise muss niemand mehr nacharbeiten. Das ist besonders wertvoll, weil Vergessen im Hotelbetrieb kein Charakterfehler ist, sondern Alltag aufgrund der zahlreichen Aufgaben und dem Gastkontakt.
3. Temperaturgrenzen: Keine 28-Grad-Experimente. „Klar, Gäste können nachregeln, aber 28 Grad müssen es nicht sein. Das ist auch gesundheitlich nicht sinnvoll. Wichtig ist, dass der Gast handlungsfähig bleibt, aber eben innerhalb sinnvoller Grenzen.“, bringt es Diekmann pragmatisch auf den Punkt.
4. Tagabsenkung (11:00 -15:00 Uhr): Heizen nach Belegung, nicht nach Gewohnheit: „Zwischen 11:00 und 15:00 Uhr sind viele Gäste unterwegs. Da muss die Heizung nicht durchlaufen. Diese Regel ist ein gutes Beispiel für Effizienz ohne Komfortverlust.“, erklärt Diekmann.
5. Nachtabsenkung (0:00 – 07:00 Uhr): Schlafmodus fürs Gebäude: Im Oderberger wird nachts auf 19 °C abgesenkt und morgens automatisch wieder auf 21 °C hochgefahren. „Kein Mensch will nachts Tropenklima, aber morgens soll’s wieder angenehm sein.“, so die Hoteldirektorin.
6. Badezimmer-Reset: Kurz nutzen, nicht Dauerheizen ist hier die Devise. „Das Bad ist prädestiniert für Hochdrehen der Heizkörper und dann vergessen. Genau deshalb gibt es den Reset der Temperaturen nach 60 Minuten. Das Bad wird meistens kurz genutzt. Wenn danach niemand runterdreht, verschenken wir Energie und das muss nicht sein.“, erklärt Diekmann
Altbau + Funk: Das Gateway-Learning
Im Oderberger startete man mit einem LoRaWAN-Gateway. Später wurde ein zweites nachgerüstet – mit spürbarem Effekt: bessere Erreichbarkeit der Thermostate, stabilere Kommunikation und weniger Batterieverbrauch durch bessere Funkbedingungen. „Das war ein echtes Learning – die Gebäudestruktur hat uns gezeigt, dass wir mehr Empfangspower brauchen.“, so Diekmann.
Wenn du ähnliche Rahmenbedingung hast: Nimm das als Hinweis, Funk nicht als „Nebenthema“ zu behandeln. Im Zweifel entscheidet Funkqualität darüber, ob dein System „meistens“ oder „verlässlich“ arbeitet.
Implementierung im Alltag: „Bestellung, Lieferung, Zuordnung – lief einfach“
Rollouts scheitern selten an der großen Vision, sondern an kleinen Friktionen: falsche Zuordnung, unklare Zuständigkeiten, zähes Onboarding. Hier war das Feedback eindeutig: „Bestellung, Lieferung und die Zuordnung der Thermostate liefen einwandfrei.“, freut sich Diekmann.
Das ist mehr als ein nettes Detail: Es ist ein Akzeptanz-Booster für das gesamte Hotelteam. Denn wenn der Start sauber läuft, nimmt das Team die Lösung nicht als Störung wahr, sondern als das, was es ist: Unterstützung im Alltag.

Team & Gäste: Intuitiv fürs Personal, erklärbar für den Gast
Diekmann betont besonders die Stärke der Benutzer-Oberfläche: „Die Software ist super intuitiv und übersichtlich – neue Kolleginnen und Kollegen finden sich schnell zurecht.“ Das ist im Hotelbetrieb ein echter Vorteil, weil Einarbeitung Zeit kostet und Schichtmodelle Kontinuität erschweren.
Auf Gästeseite gab es eine typische Reaktion: Manche wundern sich, weil sie am Thermostat keine klassischen „Stufen“ mehr einstellen. Die Lösung war für die erfahrene Hoteldirektorin simpel und sehr einfach umzusetzen: „Unser Rezeptionsteam erklärt das kurz bei Anreise, dann ist es kein Thema und die Gäste freuen sich, so indirekt etwas zum Klimaschutz beizutragen.“
Energiekosten bleiben stabil, trotz steigender Energiepreise
Ein Punkt, den viele Betreiberinnen und Betreiber eines Hotels kennen: Die sauberste Messung ist nicht immer möglich, weil mehrere Bereiche über eine Rechnung laufen. Im Oderberger Berlin hängen Hotel, Sprachschule und Campus an derselben Abrechnung. Deshalb gibt es (noch) keine exakte Zahl „X Prozent“, was die Einsparung betrifft. Das Fazit Diekmanns ist trotzdem deutlich: „Die Rechnung hat sich nicht erhöht, obwohl die Energiepreise gestiegen sind – allein das zeigt uns, dass wir gegen den Trend arbeiten.“ Das ist kein Laborwert, aber ein sehr realistischer Indikator.
better.guest als Service-Booster
Bevor better.energy ins Spiel kam, hatte das Hotel Oderberger bereits In-Room Tablets im Einsatz, die digitale Gästemappe better.guest. Der Effekt im Alltag: weniger Printaufwand, mehr Aktualität, mehr Inhalte.

Diekmann beschreibt den Nutzen sehr operativ: „Früher hatten wir Papiermappen, die mussten ständig neu gedruckt und verteilt werden. Heute geht das per Knopfdruck.“ Spannend ist die Verbindung zum Thema Temperatur: Gäste können die Temperatur fürs Zimmer und Bad auch bequem über das Tablet einstellen. Damit entsteht ein gutes Gleichgewicht zwischen Gastkomfort, einfacher Bedienung und Energieeffizienz. Denn das Hotel behält durch Temperaturgrenzen, Absenkungen und Reset-Logiken via better.energy systemisch die Kontrolle über das Heizen.
Fazit: Was du als Betreiber aus dem Oderberger-Learning mitnehmen kannst
Das Hotel Oderberger zeigt eindrucksvoll, wie du in einem anspruchsvollen Bestandsgebäude den Dreiklang hinbekommst: Komfort sichern, Kosten kontrollieren, Betrieb vereinfachen.
Wenn du das auf dein Haus überträgst, sind das die wichtigsten Takeaways:
- Mach Energieeffizienz zur Führungsaufgabe: Nicht als Mikromanagement, sondern als klare Priorität. Oder wie Diekmann es sagt: „Digitalisierung und damit auch Energie gehört auf die Führungsebene.“
- Denke in Regeln statt in Einzelfällen: Vorheizen, Absenken, Tagesfenster, Nachtfenster, Bad-Reset, das sind Hebel, die dauerhaft wirken.
- Plane den Funk als Teil der Infrastruktur: Bestand braucht Realitätssinn. Ein Gateway mehr ist als Hardware-Komponente mit höheren Anschaffungskosten verbunden, aber es bietet dir Stabilität im Betrieb und senkt den Batterieverbrauch.
- Kommuniziere Gästebedienung proaktiv: Ein Satz beim Check-In spart Rückfragen und erhöht Akzeptanz.
- Bewerte Erfolg praxisnah: Wenn die Kosten trotz Preisdruck stabil bleiben, ist das in vielen Betrieben bereits ein messbarer Erfolg.

Du überlegst, ob better.energy und Belegungs-basiertes Heizen auch für dein Hotel eine Lösung ist, Heizkosten zu senken und die Energieeffizienz zu verbessern? Dann vereinbare einen kostenlosen Beratungstermin mit unseren Energie-Experten oder nutze unseren Einsparrechner, der dir mit wenigen Angaben verrät, wie hoch dein Heizkosten-Sparpotenzial ist.
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Quellen und weiterführende Informationen:
- Interview mit Hoteldirektorin Tini Diekmann vom 22.01.2026
- Nachhaltigkeit im Oderberger
- better.energy – Control die smarte Heizkörpersteuerung
- Funktionen von better.energy



















