KI steht für Künstliche Intelligenz, im Englischen Artificial Intelligence oder kurz AI. Der Begriff bezeichnet Computersysteme, die Aufgaben bewältigen, für die bisher menschliches Urteilsvermögen nötig war, etwa Muster in Daten erkennen, Vorhersagen treffen, Sprache verarbeiten oder Entscheidungen vorbereiten. Die meisten heutigen Anwendungen beruhen auf maschinellem Lernen: Das System leitet sein Verhalten aus Beispieldaten ab, statt jeden Schritt fest programmiert zu bekommen.
Was ist KI und was bedeutet AI?
KI und AI meinen dasselbe, AI ist lediglich die englische Abkürzung. Unter dem Oberbegriff stehen mehrere Verfahren. Beim maschinellen Lernen erkennt ein Modell Zusammenhänge in großen Datenmengen und wendet sie auf neue Fälle an. Deep Learning ist eine Variante davon, die mit vielschichtigen neuronalen Netzen arbeitet. Generative KI wie große Sprachmodelle erzeugt neue Inhalte, also Texte, Bilder oder Programmcode.
Die EU-KI-Verordnung definiert ein KI-System als maschinengestütztes System, das mit unterschiedlichem Grad an Autonomie arbeitet, sich nach dem Start anpassen kann und aus seinen Eingaben ableitet, wie es Ausgaben wie Vorhersagen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen erzeugt.
Was unterscheidet KI von regelbasierter Automatisierung?
Gerade in der Gebäudetechnik wird vieles als intelligent bezeichnet, das keine KI im eigentlichen Sinn ist. Eine Nachtabsenkung, die ab 22 Uhr die Raumtemperatur senkt, oder eine Regel, die bei geöffnetem Fenster das Heizventil schließt, folgt fest definierten Wenn-dann-Bedingungen. Solche Systeme sind zuverlässig, transparent und gut nachvollziehbar.
Die KI-Verordnung stellt klar, dass Systeme, die ausschließlich nach von Menschen festgelegten Regeln automatisch handeln, nicht unter ihre KI-Definition fallen. KI kommt ins Spiel, wenn ein System selbst aus Daten lernt, etwa wie schnell ein bestimmter Raum aufheizt oder wann er erfahrungsgemäß belegt ist. Für Entscheider lohnt sich deshalb bei jedem Anbieter die Frage, welches Verfahren tatsächlich eingesetzt wird, mit welchen Daten es arbeitet und wie nachvollziehbar seine Ergebnisse sind.
Wo wird KI im Gebäudebetrieb eingesetzt?
Typische Einsatzfelder sind Prognosen und Auffälligkeiten. KI-Verfahren können aus Wetterdaten und historischen Verbräuchen den Wärmebedarf der kommenden Stunden vorhersagen, Belegungsmuster ableiten oder ungewöhnliche Verbrauchsverläufe erkennen, die auf einen Defekt hindeuten. Im Bereich der Instandhaltung bilden solche Verfahren die Grundlage für Predictive Maintenance. Voraussetzung ist in allen Fällen eine ausreichend große und saubere Datenbasis. Ohne kontinuierlich erfasste Mess- und Betriebsdaten hat auch das leistungsfähigste Modell nichts, woraus es lernen kann.
Was regelt die EU-KI-Verordnung?
Die Verordnung (EU) 2024/1689, oft AI Act genannt, ist am 1. August 2024 in Kraft getreten und regelt KI nach Risikostufen. Bestimmte Praktiken sind verboten, Hochrisiko-Systeme unterliegen strengen Anforderungen, für andere gelten Transparenzpflichten, und Anwendungen mit geringem Risiko bleiben weitgehend frei. Seit Februar 2025 gelten die Verbote sowie die Pflicht, dass Unternehmen beim Einsatz von KI für ausreichende KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten sorgen.
Der Großteil der übrigen Vorgaben gilt seit August 2026, einzelne Pflichten für Hochrisiko-Systeme folgen später. Als Hochrisiko gelten unter anderem KI-Systeme, die als Sicherheitsbauteil in der Wärme-, Gas-, Wasser- oder Stromversorgung eingesetzt werden. Ob ein konkretes System darunter fällt, ist im Einzelfall zu prüfen. In Deutschland ist die Bundesnetzagentur die zentrale Marktüberwachungsbehörde.
Verwandte Begriffe
Quellen & weiterführende Informationen:
- Betterspace: Schnittstellen für mehr Effizienz und Vernetzung
- Betterspace: better.energy Heizkörpersteuerung
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz
- Bundesnetzagentur: Informationen zur KI-Verordnung und KI-Kompetenz




















