Kurzfassung
In einer unsanierten Schule wurde über zwei Heizperioden gemessen, wie sich die automatisierte Steuerung von Heizkörpern mit
better.energy auf den Wärmebezug auswirkt. Verglichen wurden zwei getrennte Heizstränge desselben Gebäudes: ein mit better.energy esteuerter Bereich und ein baugleich versorgter, ungesteuerter Referenzbereich im manuellen Betrieb. Über den gesamten Messzeitraum bezog der gesteuerte Bereich 26,3 Prozent weniger Wärme.
Der Aufbau ist bewusst konservativ angelegt. Beide Stränge liegen im
selben Schulgebäude und wurden im selben Zeitraum erfasst, sodass Witterung und Bausubstanz für beide identisch sind. Gemessen wurde
jeweils der komplette Heizstrang einschließlich Fluren, keine Auswahl besonders günstiger Räume. Es handelt sich um eine Einzelfallmessung
im laufenden Betrieb, nicht um eine statistisch repräsentative Studie. Die vollständigen Rohdaten liegen stündlich aufgelöst vor und
Der Messaufbau
Ein Wärmemengenzähler erfasst die tatsächlich bezogene Wärmeenergie.
Er misst dazu fortlaufend den Volumenstrom des Heizwassers und die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf und berechnet daraus die Energiemenge in Megawattstunden. Je ein solcher Zähler wurde am Heizstrang von Bauteil A und Bauteil B der Schule installiert. Die Werte werden über LoRaWAN stündlich an die Plattform better.energy übertragen, sodass sich der Wärmebezug beider Bereiche monatsgenau erfassen und direkt gegenüberstellen lässt.
| Gebäudetyp | Schulgebäude DDR Schulbau-Typ „Chemnitz“ in Plattenbauweise, Baujahr um 1971 bis 1990, unsaniert |
| Wärmeversorgung | Zentralheizung |
| Messtechnik | LoRaWAN-Wärmemengenzähler von Zenner je Heizstrang, Software better.energy – Monitor |
| Bauteil A | Klassenräume und Flure mit better.energy gesteuert (10 Räume) |
| Bauteil B | Ungesteuert, manueller Betrieb (13 Räume) |
| Versorgte Fläche | Beide Heizstränge versorgen nach Betreiberangabe vergleichbar große Bereiche |
| Thermostate | LoRaWAN-Funkthermostate (Firmware 4.7), vollständig online |
| Messzeitraum | September 2025 bis Juni 2026 (Heizperioden 2025 und 2026) |
| Datenauflösung | Stündliche Erfassung, lückenlos über den gesamten Zeitraum |
Der folgende Screenshot zeigt die Geräteübersicht des Schulgebäudes in der IoT-Plattform better.energy. Alle Thermostate der Schule sind online sowie zwei Wärmemengenzähler für Bauteil A und B. Der Online-Status belegt die lückenlose Erfassung.

unkenntlich gemacht, um die Anonymität zu gewährleisten.
Der Screenshot zeigt die Raumübersicht in der Plattform inklusive des aktuellen Heizstatus, sowie vorgeingesteller Wunschtemperaturen und aktueller Raumtemperaturen. Diese werden durch die LoRaWAN-Heizkörperthermostate gemessen und an die Software übermittelt.
Die in better.energy konfigurierte Steuerungslogik
Im gesteuerten Bereich der Schule (Bauteil A) wurde folgende Grundkonfiguration in der Software better.energy hinterlegt. Sie bilden das Grundgerüst der Temperatureinstellungen und automatischen Steuerung der Heizkörperventile durch die LoRaWAN-Thermostate.

und Ist-Temperaturen.
| Untere Grenze (Frostschutz) | 16 °C |
| Obere Grenze (Überhitzungsschutz) | 24 °C |
| Solltemperatur unbelegte Räume | 18 °C |
| Solltemperatur belegte Räume | 22 °C |
| Offset (Nutzereinfluss) | − 2 °C |
| Belegungszeiten | 06:00 bis 18:00 Uhr |
| Heizperiode | 16.09. bis 31.05. |
| Sommermodus | 01.06. bis 15.09. (Thermostate deaktiviert) |
Des Weiteren wurde für jeden Raumtyp ein eigenes Regelset hinterlegt. Die Tabelle auf der folgenden Seite zeigt die erstellten Regeln exemplarisch für den Raumtyp Klassenraum. Dieses Regelset wird von Montag bis Freitag angewendet.
| Mo 08:00 bis 15:00 Uhr | Wunschtemperatur 21 °C (Nutzungszeit) |
| Mo ab 15:00 Uhr | Absenkung auf 18 °C |
| Mi, Fr, Sa, So | Absenkung auf 18 °C (kein Unterricht) |
| Temperaturgrenzen Mo bis Fr | Ober- und Untergrenze aus globalen Einstellungen |
| Fenstererkennung | Bei Temperaturabfall ab 1,5 °C sofortige Absenkung auf 5 °C |
| Rücksetzung nach Fenster | Automatische Wiederherstellung der Wunschtemperatur zum nächsten Zeitfenster |
Der eigentliche Hebel ist nicht eine pauschale Absenkung, sonder die bedarfsgerechte Regelung. Drei Mechanismen greifen hier ineinander:
Zeit- und belegungsbasierte Regelung: Außerhalb der Nutzungszeiten wird die Solltemperatur in der Schule abgesenkt. Je geringer die Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur, desto geringer der Wärmeverlust über Wände, Fenster und Lüftung. Ein nachts und am Wochenende nicht beheizter Raum verliert entsprechend weniger Energie, die sonst am nächsten Nutzungstag wieder zugeführt werden müsste.
Fenstererkennung: Fällt die Temperatur um mindestens 1,5 °C ab, wertet das System dies als geöffnetes Fenster und senkt die Solltemperatur sofort auf 5 °C. Das verhindert, dass bei Stoßlüftung zum Beispiel in den Klassenzimmern der Schule gegen die Heizung gearbeitet wird. Zum nächsten Nutzungsfenster wird die Wunschtemperatur selbsttätig wiederhergestellt.
Begrenzung manueller Eingriffe: Die obere Grenze von 24 °C und der begrenzte Nutzer-Offset verhindern, dass einzelne Räume dauerhaft überheizt werden. Weil die Regelsets je Raumtyp greifen, folgt die Steuerung dem tatsächlichen Nutzungsrhythmus, statt mit einer starren Kurve zu arbeiten.
Die Messergebnisse in der Schule
Die folgenden Diagramme zeigen den monatlichen Wärmeverbrauch beider Bauteile A und B der Schule direkt aus dem Dashboard der Software better.energy – Monitor. Türkis steht für Bauteil B (Referenz, ungesteuert), Lila für Bauteil A (automatisch gesteuert).
Heizperiode 2025/2026

Gesamtverbrauch seit September 2025
(Stand 10.06.2026)
Bauteil B (ungesteuert): 99,141 MWh
Bauteil A (gesteuert): 73,110 MWh
Einsparung: 26,031 MWh
= entspricht 26,3 %
Zwei Beobachtungen stützen die Aussagekraft des Ergebnisses:
1. Durchgängigkeit:
Der gesteuerte Bereich in der Schule liegt in jedem einzelnen Heizmonat unter dem Referenzbereich, nicht nur im Mittel. Dieses Muster zeigt sich über beide Jahre, was gegen einen Zufallseffekt in einzelnenMonaten spricht.
2. Physikalische Plausibilität:
Die Differenz ist in den kalten Wintermonaten am größten und in der Übergangszeit kleiner. Das ist zu erwarten, denn bei hoher Heizlast wirkt sich eine bedarfsgerechte automatische Absenkung stärker aus als bei geringem Heizbedarf. In den Sommermonaten liegt der Bezug beider Bereiche nahe null, weil der Sommermodus die Thermostate deaktiviert und damit keine automatische Steuerung greift.

Methodik und Einordnung
Damit die Ergebnisse richtig eingeordnet werden, sind die Rahmenbedingungen der Messung offenzulegen.
Stärken des Aufbaus:
Beide Bereiche liegen im selben Schulgebäude und wurden im selben Zeitraum gemessen. Witterung und Bausubstanz sind damit für beide gleich. Gemessen wurde jeweils der vollständige Heizstrang, nicht eine ausgewählte Teilmenge von Räumen.
Vergleichsbasis:
Beide Heizstränge versorgen nach Angabe des Schulbetreibers vergleichbar
große Bereiche. Das ist die zentrale Annahme des Vergleichs. Bei gleicher versorgter Fläche kürzt sich die Fläche aus der Rechnung heraus und die prozentuale Differenz im Gesamtverbrauch entspricht unmittelbar der flächenbezogenen Einsparung. Weicht die tatsächliche Fläche beider Stränge voneinander ab, verschiebt sich der Wert entsprechend.
Konservativer Charakter:
Da auch Flure und Nebenfl ächen mitgemessen wurden, fließt Verbrauch ein, bei dem eine bedarfsgerechte Steuerung weniger ausrichten kann. Diese Flächen senken den ausgewiesenen Prozentwert eher, als ihn zu erhöhen. Der Effekt auf die gesteuerten Unterrichtsräume selbst dürfte daher über den 26,3 Prozent liegen.
Nicht separat bereinigte Einfl üsse:
Unterschiede in Ausrichtung, Geschosslage, Nutzungsintensität und in der Zusammensetzung der versorgten Flächen wurden nicht herausgerechnet. Gerade bei diesem Gebäudetyp mit einseitig belichteten Räumen können solare Gewinne je nach Himmelsrichtung ins Gewicht fallen. Diese Einfl üsse können das Ergebnis in beide Richtungen verändern.
Keine kWh/m²-Angabe:
Eine spezifische Kennzahl in Kilowattstunden je Quadratmeter wird bewusst nicht ausgewiesen, weil dafür keine geprüfte Flächenangabe je Heizstrang vorliegt. Eine solche Zahl würde eine Genauigkeit vortäuschen, die die Datenlage nicht hergibt.
Grenzen der Aussage:
Es handelt sich um eine Einzelfallmessung an einem Gebäude über zwei Heizperioden. Der Wert ist nicht statistisch repräsentativ und darf nicht als typische Einsparung verallgemeinert werden.

vorligenden Gebäude handelt es sich um ein Gebäude dieses Bautyps.
Fazit der Kurzstudie
Der durch die Software better.energy automatisch gesteuerte Bereich der Schule bezog über beide Jahre der Heizperiode hinweg durchgehendweniger Wärme als der baugleich versorgte Referenzbereich. Der größte Abstand der verbrauchten Wärmemengen zeigte sich in den kalten Wintermonaten.
Entscheidend für die Belastbarkeit dieser anonymisierten Kurzstudie ist weniger die einzelne Prozentzahl als der Aufbau dahinter: Gleiches Gebäude, gleicher Zeitraum, vollständige und lückenlose Erfassung, nachprüfbare Rohdaten.
Die Kombination aus intelligenter Steuerung mit festgelegtem Regelset und der Verbrauchsmessung mittels Monitoring macht den Effekt nicht nur wirksam, sondern auch sichtbar und prüfbar. Jeder Verbrauchswert ist monatsgenau belegt.
Der hier gemessene Wert bezieht sich auf ein einzelnes Gebäude. Für allgemeine Aussagen zur typischen Einsparung gelten die gesondert abgestimmten und geprüften Angaben von Betterspace, nicht dieser Einzelwert.
Datengrundlage
Alle Werte stammen aus der IoT-Plattform better.energy. Die Erfassung erfolgt über LoRaWAN-Wärmemengenzähler an den Heizsträngen, die ihre Messwerte stündlich übertragen. Über den gesamten Messzeitraum waren alle Geräte online, es gab keine Datenlücken. Die vollständigen Rohdaten liegen bei Betterspace vor und sind monatsweise nachvollziehbar. Die Messung wurde von Betterspace durchgeführt und ausgewertet. Stand der Auswertung: 10. Juni 2026.
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Häufig gestellte Fragen
Über einen direkten A/B-Vergleich im selben Schulgebäude. Zwei getrennte Heizstränge wurden mit je einem LoRaWAN-Wärmemengenzähler erfasst, einer im gesteuerten Betrieb mit better.energy, einer im ungesteuerten manuellen Referenzbetrieb. Gemessen wurde stündlich über zwei Heizperioden. Weil beide Bereiche im selben Gebäude und im selben Zeitraum liegen, sind Witterung und Bausubstanz identisch, und die Differenz lässt sich der Steuerung zuordnen.
Ja, aber eingeschränkt. Es handelt sich um eine Einzelfallmessung. Wie hoch die Einsparung ausfällt, hängt vom Gebäude, von der Nutzung und vom Ausgangszustand des Betriebs ab. Unabhängige Feld- und Forschungsuntersuchungen zur bedarfsgerechten Einzelraumregelung in Nichtwohngebäuden kommen zu Einsparungen in vergleichbarer Größenordnung (siehe Quellen).
Nicht aus einer pauschalen Absenkung, sondern aus bedarfsgerechter Regelung. Außerhalb der Nutzungszeiten wird die Temperatur abgesenkt, was den Wärmeverlust reduziert, weil die Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur kleiner wird. Eine Fenstererkennung stoppt das Heizen bei Stoßlüftung, und Grenzwerte verhindern dauerhaftes Überheizen einzelner Räume. Diese Wirkprinzipien sind auch in unabhängigen Untersuchungen beschrieben.
Die Erfassung erfolgte stündlich über Wärmemengenzähler direkt am Heizstrang, lückenlos und ohne Schätzungen. Alle Thermostate waren über den gesamten Zeitraum online. Gemessen wurde der vollständige Strang, nicht eine Auswahl günstiger Räume, was eine selektive Darstellung ausschließt. Die Rohdaten liegen vor und lassen sich nachvollziehen. Wärmemengenzähler arbeiten nach dem in der Norm EN 1434 beschriebenen Messprinzip.
Messdaten lassen sich nicht rückwirkend erheben. Was in dieser Heizsaison nicht gemessen wird, fehlt später als Nachweis. Seit dem 27. September 2026 dürfen umweltbezogene Werbeaussagen nach dem novellierten UWG nur noch mit belastbarem Nachweis geführt werden. Das Gebäudemodernisierungsgesetz macht Monitoringtechnik für Nichtwohngebäude ab 70 kW bis Ende 2029 zur Pflicht, und die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD weitet sich aus. Wer heute kontinuierlich misst, schafft die Datengrundlage für beides.
Quellen und weiterführende Literatur
Die in dieser Kurzstudie ausgewiesenen Verbrauchswerte stammen aus der eigenen Messung von Betterspace (LoRaWAN-Wärmemengenzähler, stündliche Erfassung, Rohdaten bei Betterspace). Die folgende Literatur dient der fachlichen Einordnung der Wirkprinzipien, des regulatorischen Rahmens und der messtechnischen Grundlage.
- Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP (2023): Kersken, M.; Sinnesbichler, H.: Energie-Einsparpotenzial einer intelligenten Heizungsregelung. IBP-Mitteilung 579.
- González, M.; Schakib-Ekbatan, K.; Schwickert, S. (2023): Intelligentes Raumwärmemanagement als geringinvestive Energieeinsparmaßnahme in Nichtwohngebäuden. Feldstudie im Kreishaus Lippe. Bauen+ Kompakt, Institut für Energieforschung (IREES).
- Lierhammer, P. et al. (2026): Untersuchung der Effizienzsteigerung von Raumwärmebereitstellung in Nichtwohngebäuden durch präsenzabhängige Einzelraumregelung. 19. Symposium Energieinnovation, TU Graz.
- Deutsche Energie-Agentur (dena): dena-Gebäudereport (laufende Ausgaben). Einordnung des Energieverbrauchs im Gebäudebestand.
- Richtlinie (EU) 2024/825 (Empowering Consumers for the Green Transition, EmpCo). Umsetzung in Deutschland durch das Dritte Gesetz zur Änderung des UWG, anzuwenden seit 27. September 2026. Umweltbezogene Werbeaussagen sind nur noch mit Nachweis zulässig.
- Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), Richtlinie (EU) 2022/2464, geändert durch die Stop-the-clock-Richtlinie (EU) 2025/794 und das Omnibus-I-Paket. Neu erfasste große Unternehmen berichten ab dem Geschäftsjahr 2027 (erster Bericht 2028).
- Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), § 56. Nichtwohngebäude mit mehr als 70 kW Nennleistung müssen bis 31. Dezember 2029 mit Monitoring- und Gebäudeautomationstechnik ausgerüstet sein (zuvor § 71a GEG, Schwelle 290 kW). Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie EPBD, Richtlinie (EU) 2024/1275.
- DIN EN 1434: Wärmezähler. Beschreibt die Erfassung bezogener Wärmeenergie über Volumenstrom und Temperaturdifferenz.
- Messgeräte-Richtlinie 2014/32/EU (MID), Anhang MI-004: Anforderungen an Wärmezähler.: Wärmezähler. Beschreibt die Erfassung bezogener Wärmeenergie über Volumenstrom und Temperaturdifferenz.
- Messgeräte-Richtlinie 2014/32/EU (MID), Anhang MI-004: Anforderungen an Wärmezähler.




















