Digitalisierung Hotelgeflüster: Klassifizierung, neue Kriterien und digitale Helfer

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Smarte Raumsteuerung im Hotel Gude

Interview mit C. Ragnit, Direktor Hotel Gude

Das Hotel Gude in Kassel gehört zu den Platzhirschen in der Documenta-Stadt. Seit kurzem ist das in dritter Generation inhabergeführte Hotel mit dem Prädikat Vier-Sterne-Superior ausgezeichnet. Auch unsere digitalen Helfer haben für zusätzliche Punkte bei der Klassifizierung gesorgt. Grund genug, um uns mit Herrn Ragnit, dem Direktor des Vier-Sterne-Superior-Hotels, zu treffen und über die Klassifizierung, den Sterne-Skandal und die Digitalisierung zu plaudern.

Klassifizierung im Hotel

Betterspace:
Herr Ragnit, schön, dass Sie sich die Zeit für uns nehmen und anderen Hoteliers Ihre Sichtweise zum Thema Hotelklassifizierung aufzeigen. Zu aller erst gratulieren wir herzlich zu Ihrem tollen Erfolg.

Ragnit:
Vielen Dank. Sehr gerne doch.

Betterspace:
Herr Ragnit, wie stehen Sie dem Klassifizierungssystem gegenüber? Besitzt dieses heutzutage wirklich noch Relevanz?

Ragnit:
In der Tat ist das System hinter der Hotelklassifizierung bei einigen Punkten in die Jahre gekommen. Ausgedruckte Gastinformationsmappen, die mit viel Aufwand und Papierverbrauch verbunden sind, motivieren keine Gäste mehr. Zudem sind einige Aspekte einfach bauseits problematisch. Wenn es die Bausubstanz nicht hergibt kann die durch den Kriterienkatalog vorgeschriebene Zimmergröße und einige andere Punkte nie erreicht werden. Die Modernisierung und Modifizierung des Katalogs waren daher mehr als angebracht.

Außenansicht Hotel Gude in Kassel
Das Hotel Gude in Kassel

Der neue Kriterienkatalog für die Hotelklassifizierung ab 2020

Betterspace:
Da sie es gerade bereits selbst angesprochen haben: Was sagen Sie den zu dem erst kürzlich veröffentlichten, momentan noch vorläufigen neuen Kriterienkatalog für die Klassifizierung für Hotels?

Ragnit
Ich finde es super. Die DEHOGA folgt damit dem Zeitgeist und legt sukzessive, einige durchaus veraltete Denkweisen ab. Damit erhalten neue und moderne Arbeitstools den Einzug ins Hotel. Wir alle haben letztendlich ein Ziel: Zufriedene und glückliche Gäste, die uns treu sind und unsere Hotels gerne besuchen. Da sich die Bedürfnisse der Gäste jedoch stark wandeln, gerade in Bezug auf digitale Helfer und Assistenten, müssen hier auch die Hotels nachziehen. Prima, dass auch die DEHOGA mit dem neuen Punktekatalog den geänderten Gastbedürfnissen gerecht wird.

Betterspace:
Wie lief denn die Klassifizierung Ihres Hotels ab?

Ragnit:
Wir haben den Erhebungsbogen ausgefüllt und online einen Antrag gestellt. Im Erhebungsbogen werden von der Anzahl der Kleiderbügel im Schrank, über die Mehrsprachigkeit der Mitarbeiter, hin zum Essens- und Serviceangebot sowie alle Ausstattungsmerkmale, Hardware, Sauberkeit und Qualität erfasst. Im Anschluss folgte eine Erstprüfung des eingereichten Punktekatalogs. Hier wird gecheckt, ob die Punktzahl ausreicht und die groben Voraussetzungen erfüllt sind. Im Anschluss gab es einen Vor-Ort-Termin mit einem unabhängigen Prüfer. In der Regel nimmt auch das Kassel Marketing teil.

Klassifizierung: Sterneübergabe im Hotel
Foto: Copyright EXTRA TIP/Feldle, v. l. n. r., Empfangsleiterin Stefanie Gude, Kreisvorsitzender Herwig Leuk
vom Branchenverband Dehoga, Geschäftsführerin Anna Homm ,Hoteldirektor Carsten Ragnit

Gründe für die Klassifizierung von Hotels

Betterspace:
Das klingt alles ganz schön aufwendig! Warum haben Sie sich für die Klassifizierung entschieden?

Ragnit
Das ist es auch und ohne unser tolles Team, wäre diese Aufgabe auch nicht zu meistern. Letztendlich tragen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu bei. An dieser Stelle nochmal ein großes Lob an unser ehrgeiziges Team, das ist wirklich eine klasse Leistung! Wir haben uns für die Klassifizierung entschieden, weil Sie für uns Tradition hat. Außerdem denken wir, dass das Ergebnis, nämlich Vier-Sterne-Superior-Hotel zu sein, unsere hervorragende Qualität und den Servicecharakter unseres Hauses widerspiegelt. Zusätzlich gibt es ja auch ein gewisses Gäste-Klientel in Hotels aus dem Firmen- und Reisebürosegment, die eine offizielle Klassifizierung vorschreiben. Ist das Hotel nicht offiziell klassifiziert, fliegen Sie schon aus der Ausschreibung heraus.

Dank Digitalisierung mehr Punkte bei der Hotelklassifizierug

Betterspace:
Das war wirklich eine tolle Teamleistung! Aus zuverlässiger Quelle wissen wir, dass auch unsere smarten Lösungen ein paar Extrapünktchen gebracht haben, oder? War Ihnen das bei der Entscheidung für die digitalen Helfer im Hotel wichtig?

Ragnit:
Die Quelle ist wirklich zuverlässig (lacht). Ja die gab es, auch wenn im „alten“ Kriterienkatalog der Digitalisierung noch nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Wir haben sowohl für die digitale Gästemappe iQ Tab, als auch für die belegungsabhängige, automatisierte Temperaturregelung iQ Roomcontrol Extrapunkte kassiert. Wichtig im Zusammenhang mit dem Tablet war, dass es nicht nur Gästemappe, sondern auch Telefon und Internetgerät ist. Bewusst war uns das bei der Entscheidung für Betterspace und die digitalen Lösungen schon, ausschlaggebend aber nicht. Wir wollten einfach mit der Zeit gehen und das werden wir auch weiterhin tun!

Digitale Gästemappe iQ Tab von Betterspace im Hotel Gude
Digitale Gästemappe iQ Tab im Hotel Gude

„An der Klassifizierung halten wir fest“

Betterspace:
Herr Ragnit, haben Sie vielen Dank für das nette Gespräch und Ihre Auskunftsbereitschaft. Haben Sie noch eine letzte Entscheidungshilfe für Ihre Kollegen parat?

Ragnit
Ich danke auch! Als letzten Hinweis kann ich nur sagen, dass es auf jeden Fall sinnvoll ist, sich mit dem Trend Digitalisierung und demzufolge mit digitalen Helfern im Hotel auseinanderzusetzen. Immerhin sind mittlerweile auch sehr viele Gästegruppen einfach smart und digital unterwegs. Für diese sind gewissen Sachen wie funktionierendes WLAN oder ein Tablet auf dem Zimmer einfach Voraussetzung und buchungsentscheidend. An der Klassifizierung halten wir weiterhin fest. Ganz einfach deshalb, weil ich fest daran glaube, dass viele Gäste bei einer deutschen Klassifizierung auch wissen, welchen Qualitätsstandard sie erwarten dürfen.